Faszien

Faszien

Bis vor rund 15 Jahren beachtete kaum jemand das Bindegewebe – obwohl es den ganzen Körper durchzieht. Inzwischen vermuten Fachleute, dass viele Rückenschmerzen durch verhärtete Faszien verursacht sind. Sich zu dehnen wie eine Katze, kann vorbeugen.

Es kann gemein weh tun. Aber die Wirkung! Die Durchblutung steigt, die Beweglichkeit von Gelenken und Muskeln wird mindestens kurzfristig besser und Muskelkater nimmt ab. Manchmal verschwinden sogar Schmerzen an einer ganz anderen Stelle. Solche Effekte setzen sehr rasch ein, wenn verhärtete Stellen im Bindegewebe behandelt werden, zum Beispiel indem man langsam über eine Massagerolle gleitet.

Wie die Wirkung zustande kommt, wissen die Forscher (noch) nicht, denn die Faszienforschung ist jung. Bis vor rund 15 Jahren interessierte sich ausser einigen Komplementär-Therapeuten fast niemand in der Medizin fürs Bindegewebe – obwohl bei den meisten Sportverletzungen auch dieses feine Fasergeflecht mitbetroffen ist. Es enthält Wasser, Nährstoffe und viele Nerven, Bewegungs- sowie Schmerzsensoren. Faszien umhüllen Muskeln, Nervenfasern und Knochen und helfen bei der Kraftübertragung.

Faszienforscher vermuten, dass ein erheblicher Teil der Rückenschmerzen durch verklebte Faszien verursacht ist. In einer Studie an Menschen mit chronischen Kreuzschmerzen etwa war die sogenannte Lumbalfaszie dicker und weniger beweglich als bei Gesunden.

Damit die Faszien geschmeidig bleiben und die Zellen angeregt werden, neues Kollagen zu produzieren, raten Faszien-Fachleute zum regelmässigen Training. Zum Beispiel mit Hartschaumrollen, Yoga, Pilates, Dehnen wie es Katzen tun und auch mit Hüpfen – wobei noch offen ist, wie oft das Training sinnvoll ist.